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Das Fach Latein

Latein lebt!

„Salvete, puellae puerique!“ - „Salve, magister! Salve magistra!“
Von dieser Begrüßungsformel abgesehen, spielt Latein im Unterricht als Kommunikationssprache praktisch keine Rolle, aber trotzdem ist Latein nicht tot! Wir rappen auf Latein, spielen lateinisches Theater und in der Oberstufe - im Rahmen des Lateinwettbewerbs „RAC“ - geben die Schüler in Hausarbeiten individuelle Antworten auf antike Fragestellungen. Auf Exkursionen nach Kalkriese (zur Varusschlacht) und in verschiedene europäische Länder (bes. England und Italien) finden wir Spuren der römischen Antike auch noch in unserer Welt.
   

Wozu Latein?

Als systematische Sprache dient die lateinische als ein Modell, an dem man eigene Sprachkompetenz entwickeln und vertiefen kann. Muttersprachliche Fähigkeiten werden (durch das Übersetzen ins Deutsche) ebenso gefördert wie Kenntnisse in den modernen Fremdsprachen, zu denen das Lateinische eine Brücke bildet (bes. zu den „romanischen“ Sprachen, aber auch zu Englisch). Im Sprachenvergleich spürt man, was europäische Identität eigentlich bedeutet!
Latein ist auch ein „Fitness-Center“ für den Geist! Wir beobachten scharf, analysieren genau und kombinieren klug, um übersetzen zu können, und die übersetzten Texte aktualisieren wir und wir überprüfen sie kritisch. Weil man in Latein lernt, auch kompliziertere Texte zu verstehen und sich gut im Deutschen auszudrücken, ist ein(e) Lateinschüler(in) besonders gut auf die weitere Schullaufbahn und ein eventuelles Studium vorbereitet.

Was liest man in Latein?

Das an der LFS eingeführte Lehrbuch PRIMA NOVA (Verlag Buchner) geht von konkreten Orten und Situationen in Rom / in einer römischen Familie aus, führt dann über die Geschichte Roms zu Fragen der Religion und der Lebensführung und weiter zu den Themen Ausbreitung der römischen Zivilisation und Begegnung mit anderen Kulturen.
In den späteren Mittel- und Oberstufenkursen lesen wir z.B. Caesars Bellum Gallicum (und diskutieren das Problem des gerechten Krieges), Ciceros Reden (und lernen die Tricks eines psychologisch gewieften Rhetorikers kennen), Ovids Verwandlungsgeschichten (und werfen tiefe Blicke in die Abgründe der menschlichen Seele) und Senecas philosophische Briefe (und denken über uns selbst nach).
Alle Texte, die man im Lateinunterricht liest, sind von dauerhafter Gültigkeit; ihre Wirkung war auch lange nach der Antike noch spürbar und ist es bis heute.

Christlicher Lateinunterricht? Ja!

Dass die LFS eine christliche Schule ist, merkt man auch im Lateinunterricht, und zwar auch dann, wenn nicht-christliche Texte behandelt werden. Wenn wir im Lehrbuch über das feierliche Anlegen der Männertoga sprechen, vergleichen wir mit den christlichen Festen der Kommunion und Konfirmation; römische „Helden“ bieten Gelegenheit, über christliche Märtyrer und Heilige zu sprechen; dem antiken Götterkosmos stellen wir die monotheistische Auffassung des Christentums gegenüber. Und wenn die älteren Schüler(innen) Senecas philosophische Lehre der Stoa kennen lernen, arbeiten sie im Vergleich die Spezifika der christlichen Botschaft heraus wie z.B. die Jenseitshoffnung.
Bei dieser Konzeption ergibt es sich ganz selbstverständlich, dass schon in Klasse 7 die 1. Stunde des Tages mit einem „Pater noster“, einem „Ave Maria“ oder einem „Credo in Deum“ eröffnet wird.

Die Moden kommen und gehen... Das Latinum bleibt!

Der Abschluss des Latinums ist für viele Fächer Studienvoraussetzung. Man unterscheidet Kleines Latinum, Latinum und Großes Latinum. Ohne eine weitere Prüfung, nur mit einer ausreichenden Note auf dem Zeugnis, erreichen die  Schüler, die in Klasse 6 mit Latein beginnen, nach Klasse 10 das Kleine Latinum, nach der 11 das Latinum, nach der 12 das Große Latinum. So brauchen sie an der Universität darauf keine Zeit mehr zu verwenden. 
Also sagen wir mit dem lateinischen Dichter Horaz: CARPE DIEM! (Pflücke den Tag! Nutze die Gelegenheit!)