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Das Fach Deutsch an der Liebfrauenschule

Als Teil des Kollegiums eines Gymnasiums in katholischer Trägerschaft sieht sich die Fachgruppe Deutsch dem christlichen Welt- und Menschenbild verpflichtet. Damit rückt für uns der Schüler bzw. die Schülerin als gleichwertiges, geliebtes Kind Gottes und als wertvolles Gegenüber in den Mittelpunkt der pädagogischen und fachlichen Arbeit und verdient somit größte Wertschätzung und Respekt. Unsere Erziehungs- und Bildungsarbeit versteht sich in diesem Sinn als Dialog, ist sich ihrer menschlichen Begrenztheit bewusst und vertraut auf das Wirken Gottes in jedem Einzelnen.

Der Bildungsbeitrag des Faches Deutsch, so wie er in den Kerncurricula des Landes Niedersachsen dargelegt wird, ist die verbindliche Grundlage unserer Arbeit. Die dort formulierten Ziele des domänenspezifischen (d.h. fachlich-inhaltlichen) und prozessorientierten (d.h. methodischen) Kompetenzerwerbs setzen wir mit dem Fachcurriculum an der Liebfrauenschule um:

Im Bereich „Schreiben / Sprechen“ wird mit Hilfe verschiedenster Methoden die mündliche und schriftliche Kommunikationsfähigkeit geschult: vom Erzählen über die Inhaltsangabe bis zur Textinterpretation sowie vom mündlichen Beschreiben über Streitgespräche zu mediengestützten Vorträgen.

Ein Schwerpunkt der Fachgruppenarbeit liegt auf der Entwicklung von prozessorientierten Methoden der Aufsatzerziehung. Das heißt, dass z.B. mit Hilfe von Schreibplänen, Rückmeldungen von Mitschüler/innen, Überarbeitungsstrategien die verschiedenen kognitiven, methodischen und sprachlichen Einzelschritte zur Erarbeitung z.B. einer Erörterung oder einer Interpretation in den Blick genommen werden und somit die Kompetenz der Schülerinnen und Schüler gefördert wird, selbständig diese komplexen Schreibprozesse zu steuern. In diesem Zusammenhang fällt auch der Beschluss der Fachgruppe, in jedem Doppeljahrgang eine umfangreichere selbständige Arbeit wie z.B. ein Lesetagebuch oder ein Portfolio anfertigen zu lassen.

Im Bereich „Reflexion über Sprache“ steht die Betrachtung der Phänomene und Funktionsweisen der deutschen Sprache im Mittelpunkt, jeweils funktional bezogen auf Texte oder Kommunikationssituationen.

Im Bereich „Umgang mit Texten und Medien“ lesen, verstehen und analysieren die Schülerinnen und Schüler Texte verschiedenster (medialer) Art: Sachtexte, Zeitungsartikel, Sekundärliteratur und Internetquellen zu Sachthemen genauso wie fiktionale Literatur aller Gattungen und Epochen vom Jugendbuch, über die Fabel, Ballade, Novelle bis zum Roman und Drama. Die Analyse und kritische Reflexion medialer Kommunikationsabläufe v.a. in den Sozialen Medien rückt dabei immer stärker in den Blick und ist ebenfalls Gegenstand des Fachunterrichts.


Neben dem „normalen“ Fachunterricht gibt es eine Reihe von regelmäßigen Projekten, die den Fachunterricht öffnen:

-    ein bis zwei Theaterbesuche pro Schuljahr (im Rahmen des enter-Programms des Oldenburgischen Staatstheaters)
-    Lesungen innerhalb und außerhalb der Schule (z.B. auf der KIBUM)
-    Besuch der Kinder- und Jugendbücherei
-    Vorlesewettbewerb im 6. Jg.
-    Die Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb „Jugend debattiert“ ist ein besonderer Schwerpunkt unserer Projektarbeit: Seit 2008 finden jährliche Lehrerfortbildungen, curricular verankerte Unterrichtsreihen in den Jahrgängen 8 bis 11, eine Debatte als Klassenarbeitsersatz sowie ein Schulwettbewerb und die Teilnahme am Wettbewerb des Regionalverbunds Delmenhorst / Oldenburg (in Kooperation mit sieben weiteren Schulen der Region) statt. Schon mehrfach hat die LFS beim Landeswettbewerb im Landtag in Hannover Erst- oder Zweitplatzierte hervorgebracht, die am Bundeswettbewerb in Berlin teilnehmen konnten.


Die Fachgruppe Deutsch ergänzt dieses Fachcurriculum um eine explizit christliche Ausschärfung, die sich in der Vermittlung der christlich fundierten ethischen Wertmaßstäbe zeigt. Diese Ausschärfung zeigt sich in folgenden Punkten:

•    In der Auswahl der Lektüren im Literaturunterricht legen wir einen Schwerpunkt auf ethisch relevante Themen und Konflikte.

•    Wir verstehen den Literaturunterricht als privilegierten Ort der Persönlichkeitsbildung im Sinne des christlichen Menschenbildes und stärken ihn im Rahmen der curricularen Vorgaben.

•    Im Sinne des christlichen Menschenbildes, das den Menschen als ein Wesen sieht, das auf ein Gegenüber ausgerichtet ist und den Anderen als gleichwertiges Mitgeschöpf sieht, stärken wir im Deutschunterricht das dialogische Sprechen.

•    Im Bereich der Medienbildung wird besonderes Augenmerk auf den Kompetenzbereich „Analysieren und reflektieren“ gelegt. Damit sollen die SuS im Bereich Medienbildung dafür sensibilisiert werden, auch die negativen Auswirkungen der Digitalisierung und ihren eigenen Medienkonsum kritisch zu reflektieren.

•    Das Fach Deutsch beteiligt sich am Projekt "Vernetztes Lernen" im Jahrgang 11, in dem ein aktuelles ethisches Thema (wie z.B. "Fairer Handel") fächerübergreifend in mehreren Fächern über einen Zeitraum von einigen Wochen in den Blick genommen wird. Im Fach Deutsch werden die SuS v.a. methodisch in die Lage versetzt, ihrer persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema in vielfältigen journalistischen (z.B. Podcasts, Videos, Essays) und / oder gestalterischen Formen Ausdruck zu verleihen (z.B. Poetry Slam).

Hier finden Sie die im Text angesprochenen Links:

Seite zu "Jugend debattiert"

Präsentation zu Projekten im Fach Deutsch

Der Text des Faches Deutsch zum christlichen Profil (2019)


Für den Fachbereich Deutsch: Andrea Meier-Gerhard, Februar 2020

Kontakt: Andrea Meier-Gerhard