Navigationsmenüs (Musterschule)

Aktuelles aus der LFS

Zurück

09. Februar 2020

Ora et labora et lege

Besuch des Seminarfachkurses unter der Leitung von Herrn Buschermöhle und Herrn Kroll am 8.2.2020 in der Abtei Burg Dinklage

Klosterkirche in der Scheune der Burg Dinklage; Blick auf die Zone des Wortes mit dem Auferstandenen Christus

Klosterkirche in der Scheune der Burg Dinklage; Blick in die eucharistische Zone mit dem gekreuzigten Christus über dem Altar aus 12 Findlingen

Die Schwestern im Gebet

Schwester Makrina Finlay

Schwester Ulrike Soegtrop

Schwester Makrina Finlay läuft jeden Tag 10 km, sonntags gerne auch 12, betet fünf Mal am Tag und unterrichtet an einer Universität in den USA. Sie stammt aus einer ländlichen Gegend im Norden Kaliforniens (USA) und lebt jetzt im Kloster Burg Dinklage. Sie wurde in eine freikirchliche Familie geboren, in der das Lesen in der Bibel tägliche Aufgabe war, und ist jetzt eine Katholische Benediktinerin, die jeden Tag betet und arbeitet und in der Bibel liest. Sie ist eine brilliante Wissenschaftlerin, die in Oxford mit höchstem Lob promoviert wurde, was Aussichten auf eine internationale Karriere als Wissenschaftlerin eröffnete, und bringt sich jetzt in die Gemeinschaft der Benediktinerinnen in Burg Dinklage ein, wo sie sich intensiv um die Menschen kümmert, die als jesidische Kurden aus dem Irak in der Abtei Kirchenasyl gefunden haben und so zunächst vor der Abschiebung geschützt sind. Dazu hat sie kurdisch sprechen gelernt.

Den Schülerinnen und Schülern des Seminarfachkurses von Herrn Buschermöhle und Herrn Kroll gibt sie ein eindrucksvolles Zeugnis von ihrer Berufung. Voller Begeisterung stellt sie dar, wie ihr verschlungener Lebensweg dazu geführt hat, dass sie jetzt hier in Dinklage ein intensives Leben führt, das sie an der Gemeinschaft mit Jesus Christus und an der benediktinischen Ordensregel ausrichtet.

Schwester Ulrike Soegtrop stellt den Schülerinnen und Schülern die Benediktinische Gütergemeinschaft dar. Sie sagt: "Wir haben alles gemeinsam und jede bekommt, was sie nötig hat." An der biblischen Quelle für diese Leitlinie kann man die enge Verwandtschaft ablesen: "Die Menge derer, die gläubig geworden waren, war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam." (Apg 4,32) Auf der Basis des Liebesgebots Jesu Christi ist dies ein Satz, der eine radikale Alternativgesellschaft benennt. Ansätze davon finden sich auch in der modernen Postwachstums-Forschung des früheren Oldenburger Professors Nico Paech, der 2012 schreibt: "Durch den Abwurf von Wohlstandsballast hätten wir die Chance, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, statt im Hamsterrad der käuflichen Selbstverwirklichung zusehends Schwindelanfälle zu erleiden. Wenige Dinge intensiver zu nutzen und zu diesem Zweck bestimmte Optionen einfach souverän zu ignorieren, bedeutet weniger Stress und damit mehr Glück." (Nico Paech, Befreiung vom Überfluss, München 2012, S. 11, zitiert nach Sr. Ulrike Soegtrop) Die Benediktinische Lebensform zeigt auch und gerade im 21. Jahrhundert Wege auf, die für "Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung" einen intensiven Vorbildcharakter haben.

Beim Abschied wird deutlich, hier lebt eine Gemeinschaft, die  dem Besucher  das Wort Jesu erfahrbar macht: "Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden." (Mt 5, 13).

Mehr Informationen:

Abtei Burg Dinklage

Kurzfilm 6 Min. Drei Schwestern sprechen über das Klosterleben